



Das ist schon ein schöner Luxus: Sieben Infielder und Catcher setzte Max Boldt beim Doubleheader in Saarlouis ein, zweimal die gleichen fünf als Starter, für die letzten Innings zwei junge Talente, die Spielpraxis brauchen. Nicht dazu zählte Nici Weichert, der leicht angeschlagen eine Pause bekommen sollte, um gegen Ulm wieder fit zu sein, nicht dazu zählte Boldt selbst. Und nicht dazu zählte der Neuzugang, der heute landet, am Dienstag erstmals trainiert, am Mittwoch vielleicht schon im Infield startet, vielleicht erstmal draußen sitzt, vielleicht über den Bullpen zum Debüt im Mainzer Trikot kommt.
Dominick Golubiewski heißt der 24-jährige Allrounder, der uns in der zweiten Saisonhälfte verstärkt und Boldt noch eine weitere Option im Infield, auf dem Mound und am Schlag gibt. Der in Green Bay, Wisconsin, geborene Sohn polnischer Eltern, der als Europäer spielberechtigt ist, hat im vergangenen Jahr bereits geringe Bundesliga-Erfahrungen bei den Stuttgart Reds gesammelt. „Dadurch, dass die Saison so dicht gepackt ist, ist es wichtig, dass wir so breit wie möglich aufgestellt sind“, erklärt Benjamin Hieronimi die Verpflichtung Golubiewskis. „Mit ihm kann ich noch mehr taktieren“, freut sich Boldt auf den Neuzugang, „mehr darauf achten, wer eine gute Phase hat oder mal nicht so gut drauf ist.“ Auch sich selbst kann unser Coach weiter entlasten. Hinter der Platte wird der erstklassige Catcher Boldt ohnehin dank Mike Blanke nicht dringend gebraucht, „und für mich ist es gut, nicht im Feld zu spielen. Als Designated Hitter kann ich mich mehr aufs Coachen konzentrieren. Das ist von außen einfacher als wenn ich auf dem Feld stehe und von dort Anweisungen geben muss.“
Und auch an der Platte reparierte unser Team den Schaden früh genug. Aus Boldts Single entwickelte sich über einen Walk von Peter Johannessen, einen Hit von Martin Kipphan und einen Walk für Timmy Kotowski das 4:6. Johannessen scorte ebenfalls, als Victor Voll abgeworfen wurde. Der Ausgleich gelang trotz dreier besetzter Bases noch nicht, den holte der jüngere Kotowski mit seinem dritten Homerun der Saison im siebten Inning nach. „Timmy hat mit Austin Gallagher an seinem Schwung gearbeitet“, erklärte Boldt. „Das ermöglicht es ihm, mehr Kraft in den Schwung zu übertragen und das sieht man: Wenn er den Ball voll erwischt, fliegt er deutlich weiter als letztes Jahr.“ Noch im gleichen Durchgang gingen wir durch Blankes Grand Slam Homerun mit 10:6 in Führung, immer noch im gleichen Durchgang erhöhten Boldt und Johannessen auf 12:6. Der Solo-Homerun der Hornets im neunten Inning war von keiner großen Bedeutung mehr.

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